Der Telenotarzt-Dienst

Im Telenotarzt-Dienst unterstützen hochqualifizierte Telenotärzte rund-um-die-Uhr Einsatzkräfte im Rettungsdienst durch Delegation von Therapiemaßnahmen oder organisatorische Hilfestellungen. Die Möglichkeiten der Inanspruchnahme der telenotärztlichen Unterstützung sind vielfältig:

  • Primäreinsätze - Akute Versorgung von Notfallpatienten
  • Management & Begleitung von interhospitalen Sekundärtransporten
  • Supervision & Qualitätsmanagement
  • Beteiligung an überregionalem Telenotarzt-Netzwerk

DIE TELENOTARZT-KOMPONENTEN

DER TELEMEDIZINISCHE RTW

Der Telenotarzt-Dienst steht den Rettungsdienstmitarbeitern auch während des Transports (z.B. Durchführung von Verlegungen) zur Verfügung.

  • Verbesserung der Sende- und Empfangsqualität über die InCar-peeq®BOX durch Nutzung von Antennen auf dem Fahrzeugdach
  • InCar-peeq®BOX als WLAN-Access-Point: Anbindung weiterer Geräte wie z.B. digitale Pads möglich
  • Hochauflösendes  Videostreaming aus dem Rettungswagen mit remote Steuerungsmöglichkeit durch den Telenotarzt
  • Intelligenter Druckdienst zum Druck von Einsatzprotokollen im Rettungswagen 

MOBILES TELEMEDIZIN-EQUIPMENT

Die Kommunikationseinheit peeq®BOX ist das Herzstück des Telenotarzt-Systems und ermöglicht die sichere und zuverlässige Sprach- und Datenkommunikation via Mobilfunk.

  • verschlüsselte Echtzeit-Datenübertragung (Audio-Kommunikation, Vitaldaten, Fotos und Videos) von der Einsatzstelle über mehrere Mobilfunknetze
  • nutzerfreundliches Handling durch Ein-Knopf Bedienung - Kontaktaufnahme mit Telenotarzt "per Knopfdruck"
  • Schnittstellen zu allen bekannten Kommunikationstechnologien (BT, WLAN, LAN, 3G, 4G, LTE, SAT, etc.)
  • Einfache Anbindung zusätzlicher Geräte und Sensoren

DIE TELENOTARZT-ZENTRALE

Die Telenotarzt-Zentrale ist 24/7 mit erfahrenen Notfallmedizinern, den sogenannten Telenotärzten, besetzt, die über Mobilfunk mit den Einsatzkräften vor Ort in Kontakt stehen. Die Software am Telenotarzt-Arbeitsplatz bietet:

  • Umfassende und situationsadaptive digitale Dokumentation entlang des Notfalleinsatzes
  • Leitlinienorientierte Anamnese- und Diagnose-Unterstützung durch Checklisten und hinterlegte Standard Operating Procedures (Verfahrensanweisungen)
  • Browserbasierte Anzeige von Live-Vitaldaten für Diagnose und Therapiezwecke
  • Bidirektionales Einsatzmanagement: Austausch von Einsatzdaten zwischen Gesamtsystem und dem Einsatzleitsystem

QUALIFIZIERUNG

TELENOTÄRZTE UND RETTUNGSDIENST

Durch regelmäßige Trainings  und Fortbildung wird eine optimale Integration der telemedizinischen Unterstützung in die bestehenden Arbeitsprozesse des Rettungsdienstes sichergestellt.

Unsere Telenotärzte sind hochqualifizierte Notfallmediziner:

 

 

NOTARZT

  • 18 Monate klinische Weiterbildung
  • 6 Monate Intensivstation oder Anästhesie oder Notaufnahme
  • 80 Stunden Notarztkurs
  • Fachkunde-Nachweis Rettungsdienst

TELENOTARZT

Zusätzlich zur Notarzt-Qualifikation:

  • Facharzt/ Facharztstand
  • >500 Notarzt-Einsätze
  • Zertifikate: ERC und PHTLS
  • Zusatzbezeichnung Notfallmedizin (inkl. Prüfung)
  • Vorzugsweise LNA Qualifikation
  • Qualifikationscurriculum "Telemedizinische Konsultation in der Notfallmedizin"

ERGEBNISSE

In 4 Jahren Regelrettungsbetrieb können wir auf folgende Erfahrungen zurückblicken:

  • Über 12.000 Notfallpatienten wurden seit April 2014 telemedizinisch besser und schneller versorgt
    Über 25% aller Notarzteinsätze werden im Einsatzgebiet heute telenotärztlich unterstützt
  • Über 36% aller arztbegleiteten Verlegungstransporte werden heute rein telemedizinisch begleitet
  • Therapiefreie Intervalle bis zur Ankunft eines fahrenden Notarztes werden signifikant verkürzt
  • Der Telenotarzt zeugt von einer besseren Dokumentationsqualität und höheren Leitlinienadhärenz
  • Die Bindungszeit des Telenotarztes im Notfalleinsatz ist um 50% kürzer als beim fahrenden Notarzt
  • Ein Telenotarzt kann pro Jahr ca. 2,5-mal mehr Einsätze als ein Notarztfahrzeug unterstützten